Barack Obama

The surest path to success is to surround yourself with brilliant women

Obamas Beobachtung ist ganz richtig, aber warum sind Frauen in deutschen Führungsetagen nach wie vor dennoch so unterrepräsentiert? Die Argumente dazu drehen sich seit Jahren im Kreis. Die Frauenbeauftragten jammern: „Die Damen stoßen in den Unternehmen an die Glasdecke und die Kinderbetreuung in Deutschland ist eine Katastrophe.“ Die Personalchefs halten dagegen: „Wir hätten gerne mehr weibliche Führungskräfte, aber wir finden keine. Und wenn wir welche finden, kommen sie aus dem Erziehungsurlaub bestenfalls auf einen Teilzeitjob zurück.“




Heiner Thorborg als Studiogast bei der Deutschen Welle

Die Initiative Generation CEO verabschiedet sich von den alten Argumenten auf beiden Seiten und wird stattdessen aktiv. Wir wollen dafür sorgen, dass betriebswirtschaftliche Vernunft an die Stelle der Sonntagsreden tritt. Die Vernunft der gut ausgebildeten, leistungsbereiten Frauen, die Karrierechancen zu nutzen, die sich gerade überall auftun. Und die kollektive Vernunft aller Beteiligten, um eine gesetzliche Quotenregelung zu verhindern.

Denn im Grunde sind sich alle einig: Die Quote kann nur die ultima ratio sein. Die Botschaft aus Berlin und Brüssel ist jedoch klar: Bleiben die Unternehmen weiterhin so unvernünftig, die weibliche Hälfte des Talentpools nicht zu nutzen, bekommen sie bald eine Lösung oktroyiert.

Die Regierungskommission Deutscher Corporate Governance Kodex reagierte und formulierte die Regel, dass Aufsichtsräte internationaler und weiblicher werden müssen. Dies zwingt künftig börsennotierte Aktiengesellschaften, gegenüber der Kommission nun schriftlich zu begründen, warum sie nur wenige oder keine Frauen und Ausländer in das Aufsichtsgremium berufen haben. Sollten diese Auflagen nichts fruchten, will auch dieses Gremium die Einführung einer verbindlichen Quotenregelung nicht mehr grundsätzlich ausschließen. Die Frage ist nun, wie die deutschen Konzerne mit all diesen Herausforderungen umgehen werden.

Mit Vernunft? Hoffentlich.